Häufige Fragenund Antworten

Du weißt viel über Schuppenflechte, aber manches gibt dir ungelöste Rätsel auf? Damit du bestens informiert bleibst, erarbeitet ein Expertenteam Antworten zu häufig gestellten Fragen aus der Praxis. Hol dir hier laufend das Wissen, das du brauchst, um gegen Schuppenflechte wirksam vorzugehen – ganz nach dem Motto „TSCHÜSS SCHUPPENFLECHTE, HALLO LEBEN!

Schuppenflechte verstehen

Psoriasis – auch Schuppenflechte genannt – ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie wird durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren beeinflusst – wie zum Beispiel genetischer Veranlagung oder bestimmter Umwelteinflüsse. Darunter fallen unter anderem Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Medikamente, Infektionen oder Stress.

Zur Person
Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Die häufigste Form ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris – mehr als zwei Drittel aller Patienten leiden darunter. Typisch sind entzündete, rote, scharf begrenzte und schuppende Hautstellen, sogenannte Plaques, die an Körper und Kopfhaut auftreten können. Es kann aber auch zu Veränderungen an Nägeln und Gelenken kommen. Darüber hinaus gibt es auch andere Erscheinungsformen wie Psoriasis inversa (Entzündungen in Körperfalten wie z. B. in den Achselhöhlen), Psoriasis pustulosa (mit schmerzhafter Bläschenbildung), Psoriasis guttata (stecknadelkopfgroße Entzündungsherde) oder psoriatische Erythrodermie (schwere Entzündung mit großflächig geröteter Haut).

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Die bei Schuppenflechte typischen Plaques, die silbrig-rötlichen Erhebungen, werden durch eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Das passiert, wenn Botenstoffe verschiedene Immunzellen aktivieren. Biologika sind Antikörper, die diese Botenstoffe gezielt hemmen können. Die Entzündungsreaktion wird dadurch gestoppt, noch bevor sie in der Haut ankommt. Das kann man sich wie ein Kabel vorstellen, das ein Signal von A nach B überträgt. Wird dieses Kabel durchtrennt, kann das Signal nicht mehr weitergeleitet werden.

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Obwohl die Erkrankung bei jedem Patienten etwas anders aussieht, gibt es zwei typische Muster: Entweder die Schuppenflechte bricht vor dem 40. Lebensjahr aus, dann hat es meist genetische Ursachen. Oder sie tritt in der zweiten Lebenshälfte nach dem 40. Lebensjahr aufgrund verschiedener Umwelteinflüsse auf. Der weitere Krankheitsverlauf ist meist in Schüben: Phasen mit hoher und niedriger Belastung wechseln sich ab.

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Psoriasis ist nicht ansteckend, aber eine Vererbung ist durchaus möglich. Das Risiko, an Psoriasis zu erkranken, liegt bei 14% bzw. 41%, wenn ein oder beide Elternteile betroffen sind. Zudem spielen bei der Entstehung der Krankheit weitere Faktoren wie die persönlichen Lebensumstände eine Rolle. Generell gilt: Vier von zehn Psoriasis-Patienten haben Verwandte, die auch an der Krankheit leiden.

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

In Österreich sind rund 250.000 Menschen von Psoriasis betroffen. Das sind knapp drei Prozent der Bevölkerung. Es gibt mit Sicherheit auch eine Dunkelziffer. Mir ist wichtig, dass sich Betroffene nicht zurückziehen. Der Psoriasis-Patient des 21. Jahrhunderts sollte seinen Alltag nicht nach der Schuppenflechte ausrichten, sondern ein selbstbestimmtes Leben führen. Mit der Diagnose Psoriasis muss man sich heute dank der Vielzahl moderner Therapien nicht mehr verstecken.

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Mit Schuppenflechte leben

Bei Psoriasis muss ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden. Es ist noch zu früh, um Empfehlungen hinsichtlich einer bestimmten Diät für Psoriasis-Patienten auszusprechen. Es gibt jedoch erste Hinweise darauf, dass sich eine glutenfreie sowie mediterrane Ernährung, reich anOmega-3-Fettsäuren und Vitamin D, positiv auswirken könnte. Viel wichtiger als spezifische Ernährungsempfehlungen ist es jedoch, Übergewicht zu vermeiden. Im Fettgewebe werden Entzündungsbotenstoffe gebildet, die nicht nur die Psoriasis selbst verstärken, sondern auch die Entwicklung von Begleiterkrankungen wie Depression oder Herzinfarkt begünstigen. Darüber hinaus sollten Betroffene Alkohol, Nikotin und psychischen Stress vermeiden, weil auch diese Faktoren die Erkrankung nachweislich verschlechtern.

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Dr. Hannes Trattner
Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Gut vorbereitet ins Arztgespräch

Am meisten profitieren Betroffene davon, wenn sie sich auf das Arztgespräch ein wenig vorbereiten und schon vorab ihre Anliegen notieren. Zum Beispiel können sie sich die Frage stellen, wie sich die Psoriasis auf ihr Leben auswirkt und was sie gerne ändern möchten. Es ist auch immer gut, wenn Patienten alle Informationen zu vorherigen Therapien, Medikamenten und aufgetretenen Nebenwirkungen sowie aktuelle Blutbefunde mitnehmen.

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Dr. Hannes Trattner ist Facharzt für Dermatologie. Sein Spezialgebiet ist Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen, allen voran Psoriasis-Arthritis. Am AKH Wien etablierte er eine interdisziplinäre, rheumatologische Sprechstunde innerhalb der Psoriasis-Ambulanz. Dadurch konnte die Versorgungsqualität von Patienten maßgeblich verbessert werden.

Coronavirus: Was Menschen mit Schuppenflechte wissen sollten

Die Verbreitung des Coronavirus (medizinische Bezeichnung SARS-CoV-2) und der Coronavirus-Erkrankung (medizinische Bezeichnung COVID-19) bereitet vielen Menschen Sorgen. Patienten mit einer chronisch entzündlichen Erkrankung wie der  Schuppenflechte sind verunsichert und haben viele Fragen: Bin ich besonders gefährdet? Soll ich meine Medikamente überhaupt noch nehmen? Privatdozent Dr. Wolfgang Weger, stellvertretender Leiter der Psoriasis-Spezialambulanz an der Medizinischen Universität Graz, beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen

Aus bisherigen Erfahrungen weiß man, dass Patienten mit Vorerkrankungen schwerer von COVID-19 betroffen sein können als gesunde Menschen. Bei diesen Vorerkrankungen handelt es sich prinzipiell um Herzkreislauf-, Lungen-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen. Diese sind oft gepaart mit hohem Lebensalter.

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Privatdozent Dr. Wolfgang Weger
Privatdozent Dr. Wolfgang Weger ist Facharzt für Dermatologie. Das Fachgebiet von PD Dr. Wolfgang Weger umfasst klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten mit Schwerpunkt Psoriasis. Er baute die Psoriasis-Ambulanz mit auf und ist heute stellvertretender Leiter.

Wenn Sie mit Schuppenflechte leben, könnten Sie den  Rückschluss ziehen, auch einem erhöhten Risiko für COVID-19 ausgesetzt zu sein. Für Ihre Schuppenflechte ist das allerdings nicht bewiesen und umso unwahrscheinlicher, je besser Ihre Erkrankung kontrolliert ist. Es ist bislang nicht davon auszugehen, dass Sie leichter COVID-19 bekommen können und es ist auch nicht gewiss, ob Ihre Grunderkrankung den Verlauf von COVID-19 negativ beeinflussen würde. Wenn Ihre Erkrankung mit einer immunmodulierenden Therapie* behandelt wird, haben Sie ein geringfügig erhöhtes Risiko für schwere Atemwegsinfekte und dies gilt vermutlich auch für das Virus SARS-CoV-2.

* Das sind systemische Therapien, die Entzündungsprozesse im Körper unterbinden. Dazu gehören Tabletten und Kapseln mit unterschiedlichen Wirkstoffen wie Kortison. Auch moderne Biologika, die als Injektion oder Infusion verabreicht werden, zählen zu dieser Gruppe.

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Privatdozent Dr. Wolfgang Weger
Privatdozent Dr. Wolfgang Weger ist Facharzt für Dermatologie. Das Fachgebiet von PD Dr. Wolfgang Weger umfasst klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten mit Schwerpunkt Psoriasis. Er baute die Psoriasis-Ambulanz mit auf und ist heute stellvertretender Leiter.

Klare Antwort: Nein! Setzen Sie Ihre Medikamente nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Ihr Arzt hat Ihnen diese Therapie verordnet, um Ihre Grunderkrankung zu kontrollieren. Sollte diese Kontrolle verloren gehen, kann das dazu führen, dass sich Ihre Grunderkrankung stark verschlechtert und Sie auf verfügbare Therapien in Zukunft vielleicht nicht mehr ausreichend ansprechen

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Kontaktieren Sie umgehend Ihren behandelten Arzt. Bisher sind Patienten mit Schuppenflechte unter einer immunmodulierenden Therapie* extrem selten mit einer COVID-19 Infektion aufgefallen. Wie man im Einzelfall vorgeht, hängt von den verschiedenen Medikamenten selbst ab. Meist wird es wenig sinnvoll sein, die Behandlung zum Beginn der Infektion abzusetzen, da viele Medikamente Wirkspiegel aufbauen, die nach Verabreichung länger im Körper bleiben. Somit würde die Wirkung der Medikamente erst nachlassen, wenn die Infektion bereits ausgestanden ist. Sollte die Verabreichung eines Biologikums direkt in die Infektionsperiode hineinfallen, sollte man mit der neuerlichen Gabe zuwarten bis die Infektion überstanden ist.

* Das sind systemische Therapien, die Entzündungsprozesse im Körper unterbinden. Dazu gehören Tabletten und Kapseln mit unterschiedlichen Wirkstoffen wie Kortison. Auch moderne Biologika, die als Injektion oder Infusion verabreicht werden, zählen zu dieser Gruppe.

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Wenn Sie sich gesund fühlen und Ihre Grunderkrankung unter Kontrolle ist, sollten Sie derzeit kein Krankenhaus aufzusuchen. Aktuell werden in den meisten Spezialambulanzen telefonische bzw. teledermatologische Visiten angeboten, um Unklarheiten abzuklären und die Weiterverordnungen von Medikamenten sicherzustellen. Wenn Sie sich krank fühlen und Ihre Schuppenflechte schlecht oder gar nicht kontrolliert ist, setzen Sie sich bitte unverzüglich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung.

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Nehmen Sie am besten Kontakt mit Ihrem Hautarzt bzw. Ihrer betreuenden Spezialambulanz auf. Wenn dort niemand verfügbar ist und Ihre Beschwerden akut sind, gehen Sie nach telefonischer Rücksprache in die nächste Notaufnahme.

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Die Spezialabteilungen in den Kliniken sind unter der Woche telefonisch, per Mail oder einige Abteilungen teledermatologisch (z.B. Universitätsklinik für Dermatologie Graz) erreichbar. Es kann in der derzeitigen Situation aber sein, dass gewisse Ambulanzen nicht an allen Wochentagen besetzt sind, auch wenn sie das üblicherweise sind.

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Privatdozent Dr. Wolfgang Weger ist Facharzt für Dermatologie. Das Fachgebiet von PD Dr. Wolfgang Weger umfasst klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten mit Schwerpunkt Psoriasis. Er baute die Psoriasis-Ambulanz mit auf und ist heute stellvertretender Leiter.

Alle Menschen in Österreich sollten nach den geltenden Regeln der Gesundheitsbehörde getestet werden. Es bestehen derzeit keine Vorgaben, Risikopatienten mit Ihren Erkrankungen bevorzugt zu testen. Auf jeden Fall sollten Sie unnötige Krankenhausbesuche unterlassen und sich bei Anzeichen (Husten, Fieber, Atemnot oder auch Durchfall) testen lassen und/oder isolieren.

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Privatdozent Dr. Wolfgang Weger
Privatdozent Dr. Wolfgang Weger ist Facharzt für Dermatologie. Das Fachgebiet von PD Dr. Wolfgang Weger umfasst klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten mit Schwerpunkt Psoriasis. Er baute die Psoriasis-Ambulanz mit auf und ist heute stellvertretender Leiter.

Für Sie gelten die gleichen Empfehlungen der Regierung wie für alle anderen Menschen in Österreich. Halten Sie genügend Abstand, waschen Sie Ihre Hände häufig und berühren Sie nicht Augen, Nase und Mund. Tragen Sie Ihren Mund-Nasenschutz wie vorgegeben. Weitere spezielle Schutzmaßnahmen für chronisch kranke Patienten sind derzeit nicht vorgesehen.

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Privatdozent Dr. Wolfgang Weger ist Facharzt für Dermatologie. Das Fachgebiet von PD Dr. Wolfgang Weger umfasst klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten mit Schwerpunkt Psoriasis. Er baute die Psoriasis-Ambulanz mit auf und ist heute stellvertretender Leiter.